Das kleine Mädchen und der Garten des Friedens

aus dem Buch "Rendezvous mit meinem Engel - Eine Frau findet auf dem Weg zu sich selbst ihre wahren Schätze

Ich werde euch, liebe Leserinnen und Leser erst ein wenig aus meiner Kindheit erzählen, denn die Erfahrungen und das Umfeld während meiner Kinder- und Jugendzeit spielen eine maßgebliche Rolle in meiner Entwicklung.

 

Ich wuchs in einer ländlichen Gegend am Fuße des Schwarzwaldes auf. Wir waren vier Kinder, nein, eigentlich fünf, aber mein ältester Bruder starb während seiner Geburt. Unsere Familie lebte beinahe ganz von der Landwirtschaft, da musste jeder mithelfen, die Tiere zu versorgen, das Obst zu ernten oder die Äcker zu bearbeiten. Mutter versorgte uns Kinder, half jedoch auch im Stall oder auf den Feldern mit. Mein Vater war Landwirt mit Leib und Seele und beobachtete gerne die Natur, wie das Wetter wird, ob er säen oder das Heu mähen konnte. Er hatte den Hof von seinem Vater übernommen und war hier aufgewachsen, wo jeder jeden kannte und man sich gegenseitig half.

 

 Zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen gehört eine Wiese, auf der Margeriten und viele andere Blumen wuchsen. Es ist für mich heute noch das Sinnbild eines Paradieses. Ich war jedesmal voller Entzücken, wenn ich Mutter einen Blumenstrauß pflückte und ihr nach Hause brachte.

 

Neben dieser Wiese gab es einen alten Bauerngarten, den meine Urgroßmutter schon gepflegt hatte. Auch dieser Garten war für mich ein Stück heile Welt. Da wuchsen Blumen und Gemüse in einem harmonischen Miteinander. Ich spielte und verweilte da gerne als kleines Mädchen. Es war nichts perfekt, einfach ein Bauerngarten, von einem Holzzaun umgeben. Es wurde alles einfach gehalten, und vielleicht war es diese Einfachheit und Natürlichkeit, die ich in so friedlicher Erinnerung habe, da, wo die Petersilie oder die Sonnenblume stehen bleiben durften, wo sie nun mal aufgegangen sind. In diesem Garten stand auch eine wunderschöne rosafarbene Rose, die herrlich duftete und kräftige Stacheln hatte.

 

Ich liebe den Charme alter Rosen und trage das Bild dieses friedlichen Gartens heute noch in mir.