Der weiblich annehmende Pol und das Frau-Sein

...aus dem Buch "Rendezvous mit meinem Engel - Eine Frau findet auf dem Weg zu sich selbst ihre wahren Schätze

An diesem Morgen hatte ich das Bedürfnis, mich mehr mit meiner weiblichen Seite zu beschäftigen und einen besseren Zugang zu ihr zu bekommen.

Ich dachte, vielleicht kann mir Jasmina helfen, eine Schwester von einst. Bethanael erwähnte sie in unserem ersten Rendezvous als ein weiterer Schutzgeist.

"Liebste Jasmina, ich möchte gerne mit dir telepathisch in Kontakt gehen, dich etwas fragen und versuchen, deine Worte zu vernehmen. Meine Frage an dich: Was kann ich tun, um mein Gefühl des Frau-Seins zu stärken?"

„Habe Geduld mit dir und deinem So-Sein. Das allein ist eine ausgesprochen weibliche Qualität, die ihr Menschen mehr leben dürft. Das zarte Sanfte zu sich selbst Weisende, mit sich selbst Berührende, Nahe, Weiche, Zarte, einfach mit sich Seiende.

Sich so ganz annehmen, wie frau ist. Einfach mal nicht auf das Drängen achten, welches aus dem männlichen Anteil in dir kommt, das erschaffen möchte, einfach tun will um des Tuns Willen.

Das Weibliche ist da ganz anders. Es lässt, ist, bleibt weich, geht nicht in die Anpassung, in die Abwehrhaltung, all das ist ein Tun.

 Es hat mehr mit dem Anhalten zu tun. Totale Annahme dessen was ist. Und gleichzeitig ganz da sein. Sich nicht zurücknehmen. Vollständig da sein. Voll und ganz präsent. Dabei in kein Tun gehen. Kein Machen. Reines Sein. Ja, es ist anders. Es ist Gewahrsein. Fühlen. Einfach reines Fühlen. Beobachten ohne dabei etwas zu tun. Ein einhundertprozentiges Ja zu sich selbst. Totale Selbstannahme.

Du wirst sehen, da verändert sich etwas mit der Zeit, wenn frau das ganz bewusst regelmäßig trainiert.

Alles ist ganz da. Ganz eins. Es lächelt, weich. Ohne dabei etwas zu tun. Es atmet, weil es seine Natur ist. Und es beobachtet. Reines Sein. Reine Hingabe an das Sein.

Auch jeden Schmerz annehmen so wie er ist: "Ich bin mit dir. Sei willkommen. Was möchtest du mir sagen? Ich bin einfach da. Und du darfst einfach da sein."  Es ist. Ich schaue aus den Augen. Es ist.

Ist das die weibliche Seite, wie sie sich ausdrückt?

„Es ist der weiblich annehmende Pol. Das Frau-Sein hat eine noch etwas andere Färbung. Es ist, wie frau sich ausdrückt auf der Welt. Wie sie geht, sich kleidet, sich unterhält, wie oder ob sie herzt, wie sie in Beziehung geht usw. Hier drückt sich Frau ganz individuell aus. So wie sie will. Wie es ihr gebührt. Was sie als richtig erachtet.

Natürlich tragen die Gewohn- und Verhaltensweisen ihrer Ahninnen sehr wohl zur Auswahl ihres Verhaltens mit. Und das tut sie dann vornehmlich unbewusst. Da Mensch und Tier sich ja auch unbewusst anpassen

Hat eine Frau das Bestreben, sich nicht anzupassen, wählt sie bewusst, wie sie ihr Leben gestalten möchte. Damit macht sie sich jedoch nicht unbedingt beliebt, da dies Verunsicherung in ihrem Stamm auslösen kann. Vor allem, wenn diese ausgeprägt angepasst sind, einerseits aus Gewohnheit, andererseits aus Angst vor Restriktionen, auch wenn man gar nicht genau weiß, wer diese wann und wo festgelegt hat. Frau folgt dann dem leichteren Fluss.

Manche mag dabei glücklich sein, andere haben einen ganz anderen Lebensplan und müssen neue Wege gehen, um sich selbst treu zu sein. Mag sein, dass sie dann manchmal wanken und schwanken, mit sich selbst hadern und im Unreinen sind, weil sie sich so gar nicht im Flow fühlen.

Dabei wird jedoch noch etwas anderes trainiert. Was bei den anderen Frauen nicht notwendig zu sein scheint. Sie lernt, gut mit sich zu sein, auch wenn Verunsicherung da ist, im Innen wie im Außen.

Sie trainiert, jederzeit den Kontakt mit sich zu halten, weil sie sich sonst verloren fühlen kann. Da sie eben nicht in der Strömung sich befindet, was ihr von Natur aus Halt und Sicherheit gibt.

Und es fühlt sich alles viel anstrengender an. Sie braucht mehr Ruhe und Erholung, Zeit, mit sich in Kontakt zu sein. Sich wahrzunehmen, auch um nicht allein zu sein.

Dann kommt noch ein anderer Gesichtspunkt hinzu.

Sie ist viel mit sich allein und hat doch wie alle den Wunsch, mit anderen Lieben zu sein. Sie streckt ihre Fühler aus und entdeckt eines Tages, da gibt es noch mehr Wesen. Da sind die Engel und viele andere geistige Wesen. Sie wird neugierig und tritt mit ihnen in Kontakt.

Und damit geschieht etwas für sie im Menschlichen völlig Neues. Eine Hinzuwendung zum Göttlich-Geistigen geschieht. In ihrem ganzen Wesen, in ihrem ganzen Sein.

Eine neue Beziehung reift. Die Verbindung geschieht wie von selbst. Frau kann es dann bewusst aufsuchen und die Verbindung stärken. Sich in Verbindung wissen. Und sie ist nicht mehr allein. Der Übergang ist gelungen.

Ihr Verhältnis zu ihren Familienmitgliedern ist nun anders geworden, da sie eine Andere geworden ist.

Sie schaut mit den Augen der Liebe, der geistig Verstehenden. Sie ist nie mehr allein und erlebt auch keine Verunsicherung mehr. Außer wenn alte automatisch ablaufende Prozesse angestoßen werden. Dann kann sie wählen und aus der geistigen Sicht auf die Dinge schauen.

Sie ist kein Opfer mehr. Sie weiß um ihre Schöpfermacht, und dass sie säen und verursachen kann. Dass sie Samen der Freude und des Erfolgs säen kann.

So erschafft sie ein neues Da-Sein, eine neue Erde.

Und sie kann, wenn sie möchte, andere lehren und anweisen, wenn diese bereit sind, neue Schritte zu gehen.

Und der Prozess beginnt von vorne.“