Eine große Ära geht zu Ende

 

 Hilarion

Schön war die Zeit, als ihr noch frei spielen konntet und niemand euch gezwungen hat, einem fremden Herrn zu dienen. So war nun diese hinter euch liegende Zeit eine sehr herausfordernde, in der ihr vieles leisten musstet, ohne dass ihr euch wohl gefühlt hättet. Nunja, ihr habt euren Lohn erhalten. Doch inmitten all der vielen alltäglichen Herausforderungen gab es viel zu wenig Zeit, eure Freude auszudrücken und zu leben. Deshalb seid ihr immer ‚eintöniger‘ geworden. Eure Herzensstimme hat sich nicht mehr durchsetzen können. Dies hatte zur Folge, dass vieles, was ihr an Wissen mitgebracht habt, nicht mehr aufrufbar war und dass ihr, um sicher zu gehen, euch mehr auf die Stimmen im Außen verlassen konntet als auf eure eigene.

 

Nichtsdestotrotz haben viele Menschen ihren Zugang bewahrt. Doch sie haben sich nicht so sehr in der Öffentlichkeit gezeigt, um nicht noch mehr aufzufallen. Sie kamen sich sowieso schon etwas anders und auch ein wenig fremd in ihrer Umgebung vor. Sie zeigten sich also nicht so gerne mit ihrem großen Wissen, zu dem sie ungehindert Zugang hatten, obgleich dieses Wissen dringend gebraucht worden wäre.

 

In der Kirche hat man das anders gehandhabt. Da hatte man die Vorgaben, die in der Bibel aufgeführt wurden. Dieses Wissen zog dann große Kreise und man hat immer penibel darauf geachtet und sich nach ihnen gerichtet.

 

Doch im Zuge dessen, dass Jesus von Nazareth ein neues Weltbild erschuf, hat man viele Tatsachen umgewandelt, ohne auf die Richtigkeit des Geschehenen zu achten. Niemand hat das groß beanstandet, und jedermann dachte, die Kirche mache das schon richtig. Man verzichtete ganz bewusst die Kirchenoberen um Rat zu fragen. Oder auch um sie darauf hinzuweisen, dass die Geschichtsbücher gefälscht worden sind. Das ergab bei all denjenigen, die diese Schriften lasen, ein verzerrtes Bild ihrer wahrnehmbaren Umgebung. Denn so sie sich im Alltag mit den Ihrigen unterhielten, kam es immer mehr zu einem Widerstreit, was denn nun die Wahrheit sei. Man verfolgte diejenigen, die anders dachten. Denn diese hatten sich die Wahrheit im Inneren bewahrt. Doch das nützte ihnen nichts, denn sie waren von allen Seiten angegriffen, weil sie eine Gefahr für den Frieden innerhalb der Gemeinschaft darstellten. Man ging dann irgendwann sogar dazu über, die ganze Menge aufzuhetzen gegen denjenigen, der die Wahrheit hätte verkündigen können. Doch das war nicht das, was die Kirchenfürsten wollten, denn sie hatten sich untereinander verständigt, dass das Volk die Wahrheit gar nichts anginge. Man stellte sich ganz bewusst über die Menschen, die das Geld anschafften, von dem sie dann wahrlich in Saus und Braus leben konnten.

 

Eine große Anzahl von Gelehrten hat sich diesen Untaten widersetzt, doch hat das keiner lange überstanden. Sie landeten alle im Gefängnis oder wurden in die Mitte gestellt, wo sie angeprangert und angefeindet wurden. Hat sich einer dem widersetzt, so bekam er heftige Hiebe von Seiten der Peiniger. Dies ging leider vielen, so sie nicht bereit waren, ihre Wahrheit zu unterdrücken.

 

Ja, es gibt sie schon lange, die Menschenrechtsverletzungen, und sie trugen in allen Kulturen dazu bei, dass es zu Missständen kam und das Volk immer weniger zu sagen hatte. So seid auch ihr in heutiger Zeit diesen Missständen ausgesetzt und sie bringen euch mitunter bis zur Weißglut. Oft geht diese mit einem unbewussten Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit einher und es drängt euch, auf die Barrikaden zu gehen und die Wahrheit zu verkünden, um diesen so unlauteren Machenschaften ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Dies nicht so sehr, um sich ins bessere Licht zu stellen, sondern die Wahrheit um der Liebe willen zu verkünden, der innigen Liebe zum Volke und zum Vaterland.

 

Die Gelehrten seid ihr, die ihr händeringend um eine bessere Zukunft bangt, und um für ein besseres Leben sowie ein friedliches Miteinander alle Hebel in Bewegung zu setzen, den alten Kreislauf zu beenden und ein neues Zeitalter einzuläuten. So seid ihr diejenigen, die um der Liebe willen die alten Gebaren beenden, um dadurch den Sieg eures Herzens zu erringen. Ihr seid Mittler zwischen Himmel und Erde und ihr habt großen Beistand bei euch.

 

Wir wertschätzen euch sehr und fordern euch hiermit auf, euch nicht mehr hinter dem Berg zu halten, denn ihr seid diejenigen, die guten Mutes auf die Menschen zugehen können, um ihnen die Wahrheit ans Herz zu legen. So dass sie sich selbst auch wieder erinnern können an die Zeit, als sie selbst noch mit ihrer inneren Weisheit verbunden waren. Somit geht eine große Ära zu Ende, in der ihr euch unglaublich entwickelt habt und in der ihr viele Male mit euch ins Gericht gegangen seid.

 

Habt Erbarmen mit eurem So-Sein, denn so ihr die Augenblicke nutzt, um mit euch selbst in Frieden zu sein, so löst sich das alte Muster von Widerstand von selbst wieder auf. Seid nicht so streng mit euch, denn ihr seid diejenigen, die Liebe unter das Volk bringen und die ein reines Herz haben, das ihnen die Schritte vorgibt, die euch in das Land der Verheißung führen. Dies ist kein Ort, der außerhalb euch besteht, denn es ist das wahre innere Sein, durch das ihr neu geboren werdet.

 

Auf zu neuen Ufern, so schallt es durch das Land, in dem ihr geboren wurdet, in dem ihr aufgewachsen seid.

 

Nichts ist so sicher wie der Wandel. Das dürft ihr euch auf eure Fahne schreiben, mit der ihr stolz in die Stadt reitet und die alten Besen hinausschmeißt. Gebt euch ohne Zögern die Hände und reicht euch die Bruderhand zum Bunde. Immerzu seid ihr aus unseren Reihen beschützt und begleitet. Habt keine Zweifel, dass wir mitten unter euch sind, auf all euren Wegen, bergauf und bergab, wo immer ihr seid.

 

Nie seid ihr allein. Wir sind stets an eurer Seite.